Titel

Traumbaum-Aktion – das Stadion steht !

Unter dem Slogan „Traumerfüllung“ begann das Projekt „Umgestaltung eines Fußballplatzes in Südafrika“ im Juni 2012. Nun, nach der Fertigstellung des Bolzplatzes kann ich bekräftigen, dass Sie mit Ihren Spenden mehr als einen Traum vieler verwirklicht haben.

Wer in Südafrika etwas erreichen möchte, muss vor allem eines haben – Geduld. Anfangs fehlten allgemein der Weitblick und die Einstellung, dass die Arbeit von heute Dauerhaftes für Morgen schafft.

Die geschichtlichen Ereignisse haben unzählige Menschen im Süden Afrikas dahin gehend geprägt, dass sie heute schwerlich Vertrauen in sich selbst, wie in die Realisierung angestrebter Projekte schenken können. Mit der erfolgreichen Neugestaltung des Bolzplatzes wurde folglich ein wichtiges Zeichen gesetzt – dass durch Engagement und Durchhaltevermögen leere Versprechen erfüllt werden können. Ich leitete das Projekt von der Organisation, über den ersten Spatenstich bis zum „Match“, wobei ich mit der Zeit bemerkte, dass sich etwas im Wesen aller Beteiligten änderte – mit Optimismus und Mut stehen sie nun für ihre Ziele und Rechte auf.

Nene, die Mutter von zwei Kindern, welche die „Thsedimosong school“ besuchen, schreibt mir zum Abschied, „das Fußballfeld war der Start großartiger positiver Veränderungen an der Schule“. Denn über die Symbolhaftigkeit heraus folgen Taten; endlich kämpfen die Eltern der Schulkinder gegen das fehlende Engagement der Lehrer und die daraus folgende, vom Staat angedrohte, Schließung der „combined school“.

Hierbei steht der Fußballplatz also für mehr als ein Spielfeld auf dem Sport betrieben wird. Mir wurde bewusst, dass es in einer so ländlichen Gegend, in der die direkten Nachbarn zwei Kilometer entfernt wohnen, schwer fällt eine Gemeinschaft aufzubauen. Doch sonntags treffen sich Jung und Alt, fußballinteressiert oder nicht, um die Turniere zusammen zu erleben.

Das Spielfeld liegt auf dem Schulgelände – wird somit in der Pause und im Sportunterricht von den großen wie kleinen Schülern genutzt; nachmittags trainiert hier das „Tlholego“- Fußballteam, welches am Wochenende auch die Spiele ausrichtet.

 

Durch die Beseitigung der Dornbüsche am Feldrand wurde eine Investition in hochwertigere Fußbälle endlich sinnvoll. Da ich auch in Südafrika Materialspenden erhielt, konnten sich das Team sowie die Schulkinder jeweils an ihren nigelnagelneuen Bällen erfreuen. Auch stehen rings um das „soccer field“ nun die ersten drei Mülleimer des gesamten Schulkomplexes, sodass das Erscheinungsbild des Feldes erheblich freundlicher und definitiv sauberer ist – an die Benutzung dieser mussten sich jedoch viele Zuschauer und Spieler zunächst gewöhnen.
Für die Pflege des Feldes wurden die Aufgaben unter den Verantwortlichen verteilt; so kümmert sich nach jedem Spiel das Team „Tlholego“ und unter der Woche die Schule um die Entleerung dieser.

Die Tore sehen mit ihrem traditionellen, schwarz-weißen Anstrich endlich wie Tore aus  und werden leichter gesehen –  daher vielleicht sogar eher getroffen?! Insbesondere wollten wir ein Fußballfeld für die Dauer schaffen, sodass beispielsweise ein erster Anstrich mit Anti-Rost Beschichtung wichtig war. Statt auf dem staubigen Boden sitzt das Publikum seit Oktober, erhöht auf den komfortablen Tribünen aus Reifen oder auf recycelten „Päärchenbänken“. Die lokale Wochenzeitung formulierte, dass es der einzige Fußballplatz „weit und breit“ sei, welcher Markierungen vorzuweisen habe. Diese wurden an einem langen, nervenaufreibenden sowie körperlich anstrengenden Tag in der prallen Hitze gezogen. Mit Schaufeln und Hacken, letzten Endes auch mithilfe des Traktors, wurden 400 Meter lange und 10 Zentimeter tiefe Linien in den trockenen und somit harten Boden gegraben. Diese wurden mit Beton gefüllt und weißer Farbe verdeutlicht. Durch die gekennzeichneten Begrenzungen können die Regeln jetzt eindeutig befolgt werden.

Die Bedingungen auf dem Platz stellten uns vor gewaltige Herausforderungen, welche auf kreative, wie innovative Lösungen warteten.

 

 

Die Markierungen erwiesen sich als besonders schwierig zu erfüllende Aufgabe, da durch die fehlende Wasserversorgung, Gras nur im Sommer wächst;

mit Kalk gezogene Linien allerdings zu jeder Jahreszeit schnell weggespült

oder „vom Winde verweht“ würden.

Die Turniere finden seit Dezember 2012 jeden Sonntag statt und eine ansteigende Menge an Zuschauern begleitet die Spiele euphorisch. Außerdem wird das Feld endlich als solches wahrgenommen und respektiert.

Entstanden ist ein „Stadion“ – wie das Team ihr Fußballfeld liebevoll bezeichnet, das Motivation für die Zukunft schafft und auf welchen die Jungs, nicht erst seit der Erscheinung in der Zeitung – zu Recht – stolz sind.

An dieser Stelle möchte ich auch den großen Dank des Teams übermitteln, die besonders glücklich über Ihre Spenden sind, welche die erfolgreiche Umgestaltung erst möglich machten.

Nicole Sterzel

kommentieren

Comments are closed.